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  #1 (permalink)  
Alt 21-09-2004, 08:21
mr_drlove
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Question Heiraten und Eheverträge

Hallo Fickgemeinde,

um es gleich vorweg zu sagen:

NEIN ich will noch nicht heiraten. Noch nicht, denn sag niemals nie.


Aber ich bin nun mal gerne informiert.

Und da wollte ich nun mal wissen, wer schon genauere Infos hat. Wie man(n) das jetzt im Detail angeht mit der Ehe, wenn doch der notarielle Ehevertrag durch den Bundesgerichtshofentscheid etwas ins Wanken gerät?

Gibt es irgendwelche "Richtlinien" was definitiv nicht rein darf, damit der Vertrag nicht unwirksam wird?
Gibt es Erfahrung was Mann immer zahlen muss und trotz Ehevertrag nicht drum rum kommt?
Sind Frauen eigentlich auch im Ausland Unterhaltspflicht berechtigt?

Fragen über Fragen und keiner will was sagen.

Also wer weiß mehr oder wer weiß wo es lese technisch weitergeht.

ciao
mr_drlove
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  #2 (permalink)  
Alt 21-09-2004, 08:38
Benutzerbild von Kletschmingo
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Beiträge: 617
Standard Re: Heiraten und Eheverträge

Zitat:
Original geschrieben von mr_drlove
wenn doch der notarielle Ehevertrag durch den Bundesgerichtshofentscheid etwas ins Wanken gerät?
Ich glaube, dass die Medien da mal wie so oft was total falsch rübergebracht haben. Die meisten denken jetzt, dass notarielle Eheverträge grundsätzlich "ins Wanken geraten" sind. Stimmt ja gar nicht, es geht nur um einige ganz umrissenen Klauseln, die sittenwidrig sind. So kann der Kindesunterhalt nie vertraglich ausgeschlossen werden (wie könnte er auch, die Rechte von Kindern sind die Rechte von Dritten, über die die Eheleute von Natur aus nicht verfügen können). Ausgeschlossen sind auch Verzichte auf Unterhalt wegen Krankheit und Altersversorgung. Gütertrennung mit Zugewinnausschluss ist dagegen immer möglich.

Google ist dein Freund Suchwörter "ehevertrag" und "bhg" fördern vieles zu Tage.

Erklärung: Das ist keine Rechtsberatung, sondern die Äußerung einer unmaßgeblichen Privatmeinung.

Kletsch
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  #3 (permalink)  
Alt 21-09-2004, 09:06
Benutzerbild von nutcracker
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Beiträge: 51
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Hallo Doc,

auch in einem Ehevertrag sollte eine salvatorische Klausel enthalten sein, die besagt, daß ein einzelner ungültiger Punkt im Vertrag nicht den Vertag an sich ungültig macht.
Im Übrigen gebe ich meinem Vorredner Recht: Halles halb so heiß, wie in der Presse berichtet.
Wer bisher geglaubt hat, mit einem Ehevertrag in der Tasche könne er seine Alte nach 20 Jahren ohne eine Mark/Euro vor die Tür setzen, nachdem sie die Kinder großgezogen und die Hemden gebügelt hat, der hat sich halt geschnitten.
Auf der anderen Seite kannst du jede Frau, die einen Ehevertrag jetzt noch kategorisch ablehnt (...du liebst mich wohl nicht genug) getrost Leine ziehen lassen .

Drum prüfe wer sich ewig bindet...

Gruß vom Nutcracker
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  #4 (permalink)  
Alt 22-09-2004, 08:26
mr_drlove
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Kletschmingo schrieb:
Zitat:
Stimmt ja gar nicht, es geht nur um einige ganz umrissenen Klauseln, die sittenwidrig sind
Stimmt da hast du Recht, aber ich als Mann erhalte doch nur Rechtssicherheit wenn ich jetzt eine Liste finden, die diese Klauseln enthält. So tappe ich wieder im Dunkeln.

Toll du hast Recht, ich habe Google mit ehevertrag und bundesgerichtshof maltretiert und da kam so gut wie gar nix. Mit bgh geht's aber.

Mir geht es ehrlich gesagt gar nicht so um die Kinder. Sondern um Ehen wo große Einkommensunterschiede bestehen. Ich hätte ehrlich gesagt keine Lust z.B. eine Supermarktkassiererin zu heiraten. In der Ehe kriegt sie von mir dann ein tolles Leben finanziert, weil ich halt das Geld habe. Dann sagt sie, och den Doc finde ich doch irgendwie scheiße ich laß' mich lieber von jemand anderen schnackseln. Sie macht dann auf Scheidung und ich darf ihr dann hinterher noch den Porsche finanzieren.

Das mal so als Beispiel, was ich mir als Horrorszenario so vorstelle.

ciao
mr_drlove
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  #5 (permalink)  
Alt 22-09-2004, 09:47
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Registriert seit: Jan 2004
Beiträge: 779
Standard Notarieller Vertrag

Der Ehevertrag ist ein notarieller Vertrag. Du kannst dich vorher durchaus informieren, das ist schon richtig. Ich persönlich fand ich es nicht schlecht, mir einen guten Notar zu suchen, der mir (uns) geeignete Vorschläge für unseren Fall unterbreiten konnte und mit dem zusammen wir den Vertrag ausknobelten.
Bei der Gelegenheit kann man den Vertrag dann auch gleich sinnvoll erweitern: Nämlich zu einem Ehe- und Erbvertrag. Sehr zu empfehlen, zum eigenen Schutz z.B. wenn eine (künftige) Tochter sich im Alter von 18 Jahren entschließen sollte im Puff zu arbeiten und die Eltern dafür kein Verständnis aufbringen können. Auch hier gilt: Gewisse Dinge, die gesetzlich feststehen (z.B. Pflichtteil) sind auch in diesem Vertrag nicht auszuhebeln.

Einfach fair bleiben, dabei die eigene Meinung durchaus vertreten und das ganze nüchtern ohne rosarote Liebesbrille betrachten. Dann geht das schon.

So ein Vertrag hat was Gutes: Beide Seiten wissen, auf was sie sich im Fall des Falles gefasst machen müssen. Und dann erscheint so mancher Disput in anderem Licht und wird ausgebremst, bevor er eskaliert.

Auch dieser Beitrag gibt nur meine unmaßgebliche Überzeugung wieder und stellt keine Beratung dar.

Hobbit
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  #6 (permalink)  
Alt 22-09-2004, 12:18
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Registriert seit: Feb 2004
Beiträge: 82
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Hi zusammen,

ich muß Hobbit voll und ganz zustimmen.

Bei dem Gerichtsurteil geht es doch lediglich darum, dass eine Seite (hier die Frau) durch den Ehevertrag so sehr benachteiligt wurde, dass das Gericht gar keine andere Wahl hatte, als diesen Vertrag als sittenwidrig zu beurteilen. Dies bedeutet aber noch lange nicht, daß alle Eheverträge ungültig sind, auch wenn darin eine der beiden Seiten benachteiligt wird.

Im allgemeinen finde ich es aber sehr sinnvoll, wenn beide Partner gemeinsam einen Notar aufsuchen und in dem Vertrag beide Interessen verwirklichen. Ich finde es unfair wenn ein Partner alleine zu Notar geht, einen Vertrag ausfertigen läßt und dann nur noch den Partner unterschreiben läßt.


Gruß Hotpepper,

der das Gewinner/Gewinner Prinzip bevorzugt.
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  #7 (permalink)  
Alt 22-09-2004, 17:21
Benutzerbild von Sarado
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Registriert seit: Feb 2004
Beiträge: 521
Standard Re: Heiraten und Eheverträge

Zitat:
Original geschrieben von mr_drlove
Sind Frauen eigentlich auch im Ausland Unterhaltspflicht berechtigt?

Du meinst wohl deine kleine versaute Marokkanerin... Aber mal im Ernst; meinst du deutsche Frauen im Ausland oder generell Ausländerinnen, die in ihrer Heimat wohnen? Ich schätze mal du meinst Variante zwei... Also, soweit ich informiert bin, muss zwischen Deutschland und dem jeweiligen Land ein Sozialversicherungsabkommen o.ä. geschlossen worden sein. In Mittel- bzw. westeuropa wird das überall der Fall sein. USA wohl auch. Aber Länder in der 3. Welt dürften wohl im grossen und ganzen davon ausgenommen sein. Habe noch nie einen Sextouristen kennengelernt, der für seine Ex oder sein Kind im Ausland abdrücken musste. Zu 100% sicher bin ich mir da aber nicht.

Sarado, der auch nicht ohne Ehevertrag in den Hafen der Ehe einlaufen würde
__________________
PIMPA LA BIMBA
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  #8 (permalink)  
Alt 22-09-2004, 23:08
Guderian
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Der Unterhalt für einen im Ausland lebenden Ehepartner wird mit Hilfe der Ländergruppeneinteilung bestimmt:

http://www.bundesfinanzministerium.d...crobat-5.0.pdf


Wenn Du ein wenig im Internet sucht findest Du diverse Beiträge zum Thema Ehevertrag.
Das Problem für den im Ausland lebenden Ehepartner ist natürlich immer einen Unterhalt von dort aus hier durchzusetzen.
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  #9 (permalink)  
Alt 23-09-2004, 10:32
mr_drlove
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Also Kollegen,

vielen Dank erst mal, ich muss mich da mal im Internet durchlesen. Vielleicht komme ich dann noch mal mit detailierteren Fragen.

@sarado,

'ne ich denke an die geile Brasilianerin, die ich hier in Muc zur Zeit ficke

ciao
mr_drlove
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  #10 (permalink)  
Alt 23-09-2004, 15:46
der_terraner
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Bei dieser Art von Verträgen, seien es Eheverträge oder Ehescheidungsfolgenvereinbarungen, findet bei einer späteren Überprüfung eine Berücksichtigung von veränderten Lebensumständen statt. Das bedeutet zum Beispiel, dass obwohl in einem Ehevertrag ein gegenseitiger Unterhaltsverzicht vereinbart wurde, der erwerbstätige Ex-Ehepartner dem erwerbsuntätigen trotzdem Unterhaltspflichtig werden kann, wenn sich diese besondere Situation erst im Laufe der Zeit eingestellt hat, oder z.B. Kinder vorhanden sind, die zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses noch nicht vorhanden waren (Kindesunterhalt ist btw nie vertraglich auszuschliessen). Daher ist es ratsam, die Lebensumstände der Partnerin bei Vertragsabschluss zu dokumentieren, um beim einer möglichen späteren Klage bessere Beweismittel zu haben.

Ein Vorteil hat diese Betrachtungsweise allerdings auch für den gebeutelten Ehemann. Ist er laut Ehescheidungsfolgenvereinbarung für eine bestimmte Zeit zu Unterhaltsleistungen verpflichtet, und seine Ex heiratet vor Ablauf dieser Frist, so ist er nicht mehr zu den Unterhaltszahlungen verpflichtet, auch wenn der Vertrag dies so nixht vorsieht, da die Vertragsgrundlage entfallen ist.

Es grüßt

dT
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  #11 (permalink)  
Alt 24-09-2004, 09:44
mr_drlove
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Hallo Gemeinde,

ich habe jetzt mal unter finanztip nachgelesen. Fand ich ganz gut, ist für einen Fachfremden auch ganz gut verständlich.
Jetzt habe ich erst mal einen Überlick gewonnen. Allerdings scheint mit das Thema doch sehr komplex und ohne Anwalt geht da wohl gar nix.
Extrem bescheiden erscheint mir meine persönliche Situation. Wo ich mir Grundstücke und Wohnungen zu gelegt habe, um später was für die Rente zu haben. Gewinnen nun diese Dinge während einer Ehe an Wert, kriegt die Ex davon was ab. Was im Extremfall zum Verkauf des Objekts führen kann.
Also ohne Ehevertrag geht bei mir mal auf jeden Fall nix.

ciao
mr_drlove
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  #12 (permalink)  
Alt 24-09-2004, 10:26
Benutzerbild von Kletschmingo
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Registriert seit: Feb 2004
Beiträge: 617
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Zitat:
Original geschrieben von mr_drlove
Extrem bescheiden erscheint mir meine persönliche Situation. Wo ich mir Grundstücke und Wohnungen zu gelegt habe, um später was für die Rente zu haben. Gewinnen nun diese Dinge während einer Ehe an Wert, kriegt die Ex davon was ab. Was im Extremfall zum Verkauf des Objekts führen kann.
Ohne Vertrag ja.

Ich kenne einen tüchtigen Zahnarzt, dem es übel ergangen ist. Die Alte trennte sich von ihm (weil er so viel gearbeitet hat in der Praxis... ) und verlangte die Hälfte der Praxis und des Eigenheims (Zugewinn). Er musste schließen und landete am Ende in der Sozialhilfe.

Da hilft aber vertragliche Gütertrennung mit Zugewinnausschluss. Das ist in jedem Fall sittengemäß, weil selbst das BGB das ausdrücklich vorsieht. Am besten einen Fachanwalt für Familienrecht mit der Vertragsausfertigung beauftragen, bevor es zum Notar geht. Kostet zwar eine vierstellige Summe extra, aber kein Vergleich zu den Verlusten, die du im Fall einer Scheidung mit Zugewinngemeinschaft hättest.

Erklärung: Das ist keine Rechtsberatung, sondern die Äußerung einer unmaßgeblichen Privatmeinung. Bei Beratungsbedarf wendet euch bitte an einen Rechtsanwalt eures Vertrauens.


Kletsch
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  #13 (permalink)  
Alt 26-09-2004, 18:45
Benutzerbild von muckel
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Registriert seit: Aug 2004
Beiträge: 130
Post Heiraten und Eheverträge

mr_drlove

Kann Deine Überlegungen gut verstehen, bin inzwischen zwar glücklich geschieden, durfte aber auch bluten, weil ich zu blöde für einen Vertrag war !

Kann Dir nur folgenden Empfehlungen geben (Ist aber keine Rechtsberatung !!) :

Suche Dir einen auf Familienrecht spezialisierten, guten (und hier liegt wie immer die Crux!) Anwalt mit dem Du alles besprichst bzw. fest machst, bevor Du es beim Notar beglaubigen läßt.
Grund ist der, daß Notare nach meiner Erfahrung nicht auf Eheveträge besonders spezialisiert sind (ich vergleiche es mal mit einem Allgemeinarzt und einem Facharzt).

Ansonsten gebe ich Dir ein paar Überlegungen oder Hinweise zum nachdenken.


- die modifizierte Zugewinngemeinschaft ist eine interessante Sache, insbesondere wenn die Partner finanziell ungleich sind.
Hier kannst Du für die Scheidung eine Gütertrennung - für den Tod aber eine Zugewinngemeinschaft vereinbaren.
Du kannst auch - sofern vorhanden - z. B. nur Deinen Betrieb aus dem Zugewinn herausnehmen (insbesondere für kleinere Selbstständige kann das existenzbedeutend sein im Fall der Scheidung)
Sprech mal Deinen Anwalt darauf an.

- Nachehelicher Unterhalt kann der Höhe oder auch der Zeit nach beschränkt werden, insbesondere wenn keine unterhaltspflichtigen Kinder (mehr) vorhanden sind und/oder der Ehepartner während der Ehe gearbeitet hat.
Generell hast Du mehr "Gestaltungsmöglichkeiten" wenn
- keine unterhaltspflichtigen Kinder (mehr) vorhanden sind
- der Ehepartner während der Ehe (möglichst Vollzeit) gearbeitet hat.


- Den Versorgungsausgleich (Rentenausgleich) kannst Du vertraglich nicht ausschließen.
Du kannst aber für Deinen Ehepartner eine gleichwertige Altersversorgung schon während der Ehe schaffen (LV o. dergl.), die bei entsprechender Einzahlungshöhe zur Abgeltung eines bei der Scheidung sonst stattfindenden Teilanspruchübertrages von Deiner Altersversorgung dienen kann.
Findet keine Scheidung statt (man soll ja nicht so pessimistisch sein), haben eben beide das Geld im Alter.

Also es gibt schon ein paar Möglichkeiten, man muß die Verträge nur absolut sauber abfassen und möglichst regelmäßig anpassen.
Und das geht nur mit einem Top-Spezialisten.
Auch wenn diese teuer sind, ist das Geld hier besser angelegt, statt es durch schlechte Beratung nach einer möglichen Scheidung in größerer Höhe und eventuell dauernder (lebenslanger?) Last auszugeben.

Denke mal darüber nach und/oder besorge und ließ mal ein paar aktuellere Bücher über Eheverträge und gehe erst dann und mit gezielten Fragen zum Anwalt.

Oder kaufe Dir einen Maseratti und bleibe ehelos glücklich.


Muckel
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eheverträge, heiraten

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